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Permanent Make-up Ausbildung ohne Vorkenntnisse: Ist der Einstieg als Quereinsteigerin möglich?

  • Autorenbild: Anna Anat Revzin | ANNAMAGISTRA
    Anna Anat Revzin | ANNAMAGISTRA
  • 19. Aug.
  • 11 Min. Lesezeit

Kann man Permanent Make-up lernen, wenn man noch nie als Kosmetikerin gearbeitet hat, keine Beauty-Ausbildung besitzt und beruflich bisher etwas völlig anderes gemacht hat?

Ja. Ein Einstieg in Permanent Make-up ist auch als Quereinsteigerin möglich. Entscheidend ist nicht, ob du bereits aus der Beauty-Branche kommst, sondern ob deine Ausbildung wirklich bei den Grundlagen beginnt und dich systematisch von Theorie und ersten Übungen bis zur kontrollierten Arbeit an Modellen führt.

Gerade für Anfängerinnen ist deshalb nicht die Frage entscheidend, ob sie Permanent Make-up schon beherrschen. Viel wichtiger ist, ob die Ausbildung so aufgebaut ist, dass jemand ohne Vorkenntnisse es professionell lernen kann.

Muss ich Kosmetikerin sein, bevor ich Permanent Make-up lernen kann?

Nein. Eine abgeschlossene klassische Kosmetikausbildung ist keine allgemeine handwerksrechtliche Voraussetzung dafür, Permanent Make-up zu erlernen beziehungsweise später im zulassungsfreien Kosmetiker-Handwerk tätig zu werden.

Das Kosmetiker-Gewerbe ist in Anlage B, Abschnitt 1 der Handwerksordnung ausdrücklich als zulassungsfreies Handwerk aufgeführt.

Interessant ist außerdem, dass Permanent Make-up innerhalb der staatlich anerkannten Berufsausbildung zur Kosmetikerin beziehungsweise zum Kosmetiker ausdrücklich als Wahlqualifikationseinheit vorgesehen ist.

Das zeigt zwei Dinge gleichzeitig: Permanent Make-up gehört fachlich in einen professionellen kosmetischen Kontext. Eine abgeschlossene klassische Kosmetikausbildung ist jedoch nicht der einzige mögliche Weg, um später in diesen Bereich einzusteigen.

Für eine Quereinsteigerin bedeutet das vor allem, dass sie nicht erst mehrere Jahre einen anderen Beruf erlernen muss, bevor sie mit einer professionellen PMU-Ausbildung beginnen kann.

Für die spätere selbstständige Tätigkeit gelten dennoch gewerbliche, handwerksrechtliche und hygienische Anforderungen. Diese erklären wir ausführlich im Artikel „Wer darf Permanent Make-up machen? Voraussetzungen, Ausbildung und rechtliche Einordnung“.

Was bedeutet „ohne Vorkenntnisse“ eigentlich?

Ohne Vorkenntnisse bedeutet nicht, dass du am ersten Ausbildungstag sofort eine Kundin pigmentieren solltest.

Es bedeutet, dass die Ausbildung nicht voraussetzt, dass du bereits weißt, wie Haut aufgebaut ist, wie Pigmente funktionieren oder wie eine Augenbraue professionell vorgezeichnet wird.

Eine Ausbildung, die sich ausdrücklich an Anfängerinnen richtet, muss dieses Wissen zunächst aufbauen.

Du solltest verstehen, wie Haut aufgebaut ist und warum sie unterschiedlich reagiert, welche Rolle Arbeitstiefe spielt, wie Hygiene organisiert wird, wie Pigmente beurteilt werden, welche Kontraindikationen relevant sind und wie Wundheilung funktioniert.

Darauf bauen Geräteführung, Technik, Formen, Farbauswahl und praktische Übungen auf.

Erst wenn diese Grundlagen verstanden und trainiert wurden, ergibt die Arbeit am Menschen fachlich Sinn.

Genau darin liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen einem Kurs, der lediglich eine Technik demonstriert, und einem Ausbildungssystem, das eine Anfängerin wirklich auf eine neue berufliche Tätigkeit vorbereitet.

Muss man besonders talentiert oder künstlerisch begabt sein?

Das ist eine der häufigsten Sorgen von Quereinsteigerinnen.

Viele Frauen glauben vor Beginn einer PMU-Ausbildung, dass sie bereits besonders gut zeichnen können oder von Natur aus eine außergewöhnlich ruhige Hand besitzen müssen.

Beides kann hilfreich sein. Beides ist aber nicht die eigentliche Voraussetzung dafür, Permanent Make-up professionell zu erlernen.

Vorzeichnungen folgen erlernbaren Prinzipien. Proportionen können analysiert werden. Bewegungsabläufe lassen sich trainieren. Eine kontrollierte Geräteführung entsteht nicht nur durch Talent, sondern vor allem durch Verständnis, Wiederholung und qualifiziertes Feedback.

Wesentlich wichtiger sind Konzentration, Sorgfalt, Geduld und die Bereitschaft, sich korrigieren zu lassen.

Permanent Make-up verlangt Präzision. Für mich ist deshalb nicht entscheidend, ob eine Teilnehmerin am ersten Tag bereits perfekt zeichnen kann. Entscheidend ist, ob sie bereit ist, einen Bewegungsablauf so lange kontrolliert zu üben, bis daraus eine reproduzierbare Technik entsteht.

Welche Vorerfahrungen können Quereinsteigerinnen trotzdem helfen?

Vorerfahrungen müssen nicht aus der Beauty-Branche stammen.

Eine Frau aus der Pflege bringt möglicherweise bereits ein ausgeprägtes Verständnis für Hygiene, Verantwortung und den Umgang mit Menschen mit. Jemand aus dem Einzelhandel ist häufig geübt darin, Kundinnen zu beraten und Bedürfnisse schnell zu erfassen. Eine Büromitarbeiterin kann Organisation und strukturiertes Arbeiten gewohnt sein. Eine Friseurin oder Kosmetikerin besitzt wiederum bereits Erfahrung mit Farben, Gesichtsproportionen oder Beauty-Kundinnen.

Keine dieser Erfahrungen ersetzt eine PMU-Ausbildung.

Sie zeigen aber, warum ein beruflicher Quereinstieg nicht automatisch bedeutet, bei null anzufangen.

Du bringst Erfahrungen, Arbeitsweisen und persönliche Kompetenzen aus deinem bisherigen Berufsleben mit. Eine gute Ausbildung baut darauf neue fachliche Fähigkeiten auf.

Was müssen Anfängerinnen wirklich lernen?

Permanent Make-up ist wesentlich mehr als das Erlernen einer bestimmten Augenbrauen-, Lippen- oder Lidtechnik.

Eine Anfängerin muss zunächst verstehen, woran sie arbeitet: an der Haut.

Darauf bauen Hygiene, Pigmentologie, Wundheilung und Kontraindikationen auf. Erst danach lassen sich technische Fragen richtig einordnen. Welche Nadel ist für eine bestimmte Anwendung geeignet? Wie wird die Haut gespannt? Wie entsteht eine kontrollierte Pigmentabgabe? Wie verändert sich das Ergebnis, wenn zu oberflächlich oder zu tief gearbeitet wird?

Parallel dazu entwickelt sich das ästhetische Verständnis. Eine Form muss nicht nur technisch sauber sein, sondern zum Gesicht passen. Eine Farbe muss nicht nur auf einer Farbkarte schön aussehen, sondern zur individuellen Ausgangssituation der Kundin passen und fachlich beurteilt werden.

Hinzu kommt ein Bereich, den viele Anfängerinnen zunächst unterschätzen: die Beratung.

Du musst erklären können, welches Ergebnis realistisch ist, wo die Grenzen einer Behandlung liegen und wann ein Kundenwunsch fachlich nicht sinnvoll umgesetzt werden sollte.

Professionelles Arbeiten bedeutet deshalb nicht, jeden Wunsch auszuführen. Es bedeutet auch, Entscheidungen fachlich begründen und gegebenenfalls eine Behandlung ablehnen zu können.

Warum Praxis für Quereinsteigerinnen besonders wichtig ist

Theorie lässt sich erklären. Das Gefühl dafür, wie sich echte Haut unter der Hand verhält, entsteht jedoch erst durch praktische Erfahrung.

Genau hier liegt eine Schwäche vieler sehr kurzer Schulungsformate: Teilnehmerinnen verstehen nach einigen Tagen vielleicht den grundlegenden Ablauf einer Technik, haben aber noch nicht genügend kontrollierte Erfahrung gesammelt, um sich bei der ersten eigenen Kundin wirklich sicher zu fühlen.

Für Anfängerinnen ist deshalb eine Lernphase besonders wichtig, in der Fehler nicht nur entdeckt, sondern erklärt und korrigiert werden.

Warum ist eine Linie zu breit geworden? Warum nimmt die Haut an einer Stelle weniger Pigment auf? Warum verändert sich eine Form beim Spannen der Haut? Warum wirkt eine Farbe auf unterschiedlichen Lippen anders?

Solche Fragen lassen sich nicht nachhaltig durch bloßes Zuschauen beantworten. Sie müssen während des Lernprozesses mit realen Situationen verbunden werden.

Praktische Sicherheit entsteht dadurch, dass du selbst arbeitest und qualifiziertes Feedback auf deine eigene Arbeit erhältst.

Mehr zum Verhältnis zwischen Ausbildungsdauer, Praxis und tatsächlicher Sicherheit findest du im Artikel „Wie lange dauert eine Permanent Make-up Ausbildung? Dauer, Praxis und Lernphasen erklärt“.

Ist ein kurzer Wochenendkurs für Anfängerinnen ausreichend?

Ein kurzer Kurs kann einen ersten Einblick in eine Technik geben.

Für eine komplette Quereinsteigerin ist jedoch entscheidender, was nach diesem Wochenende tatsächlich beherrscht wird.

Kannst du Hautzustände fachlich beurteilen? Kennst du relevante Kontraindikationen? Hast du ausreichend praktische Erfahrung gesammelt? Kannst du eine Kundin beraten, eine individuelle Form entwickeln und bei unterschiedlichen Ausgangssituationen selbstständig entscheiden, wie du vorgehst?

Wenn diese Fragen offenbleiben, besitzt du möglicherweise bereits ein Teilnahmezertifikat, aber noch nicht die notwendige berufliche Sicherheit.

Gerade Anfängerinnen sollten deshalb nicht ausschließlich auf die Zahl der Präsenztage schauen. Wichtiger ist, was vor, während und nach diesen Tagen passiert, wie Theorie und Praxis aufeinander aufbauen und wie lange eine qualifizierte Begleitung tatsächlich stattfindet.

Eine Ausbildung ist dann sinnvoll strukturiert, wenn eine Teilnehmerin nicht plötzlich Leistungen erbringen soll, deren fachliche Grundlagen vorher nie systematisch vermittelt wurden.

Kann man Permanent Make-up neben dem Beruf lernen?

Für viele Quereinsteigerinnen ist genau das entscheidend.

Sie möchten ihren bisherigen Beruf nicht sofort aufgeben, sondern zunächst lernen, praktische Sicherheit entwickeln und anschließend schrittweise herausfinden, welche berufliche Perspektive daraus entstehen kann.

Ein hybrider Ausbildungsaufbau kann dafür sinnvoll sein, weil theoretische Inhalte flexibel vorbereitet werden können und praktische Ausbildung gezielt vor Ort stattfindet.

Bei MAGISTRA® ist die professionelle Ausbildung deshalb als Kombination aus einer mehrwöchigen Lern- und Betreuungsphase und praktischen Trainingstagen aufgebaut. Theorie und fachliche Grundlagen werden nicht erst zwischen zwei Modellbehandlungen vermittelt, sondern bereiten die Teilnehmerinnen auf die praktische Arbeit vor.

Das ist gerade für Frauen relevant, die parallel arbeiten oder familiäre Verpflichtungen haben.

Ein Quereinstieg muss nicht bedeuten, dass dein bisheriges Berufsleben an einem Montag endet und am Dienstag vollständig durch ein neues ersetzt wird. Eine berufliche Veränderung kann auch kontrolliert und schrittweise entstehen.

Wann ist eine Quereinsteigerin bereit für die erste eigene Kundin?

Entscheidend ist nicht der Moment, in dem sie ihr Zertifikat in der Hand hält, sondern der Punkt, an dem sie versteht, was sie tut und ihre Entscheidungen fachlich begründen kann.

Sie sollte eine Behandlung selbstständig vorbereiten, die Ausgangssituation beurteilen, eine geeignete Form und Farbe entwickeln, hygienisch arbeiten und ihre Technik kontrollieren können.

Ebenso wichtig ist, die eigenen Grenzen zu kennen.

Eine Teilnehmerin, die erkennt, dass eine Situation außerhalb ihrer aktuellen Kompetenz liegt und entsprechend reagiert, arbeitet professioneller als jemand, der lediglich gelernt hat, einen bestimmten Ablauf auswendig zu wiederholen.

Eine gute Ausbildung sollte Anfängerinnen deshalb nicht möglichst schnell das Gefühl vermitteln, bereits alles zu können. Sie sollte ihnen ermöglichen, den eigenen fachlichen Stand realistisch einzuschätzen und zu erkennen, wo noch zusätzliche Übung oder Unterstützung notwendig ist.

Welche Rolle spielt das Alter beim Quereinstieg?

Viele Frauen stellen sich die Frage nach einem beruflichen Neustart nicht mit 20, sondern mit 35, 40 oder 50.

Sie haben bereits einen Beruf, Familie, Verantwortung und häufig das Gefühl, irgendwann sei es zu spät, etwas völlig Neues zu beginnen.

Für das Erlernen von Permanent Make-up ist das Alter allein jedoch nicht der entscheidende Faktor.

Eine erwachsene Quereinsteigerin bringt häufig Kompetenzen mit, die in diesem Beruf sehr wertvoll sein können: Lebenserfahrung, Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und ein klareres Verständnis davon, warum sie beruflich etwas verändern möchte.

Natürlich ersetzt Lebenserfahrung keine fachliche Ausbildung. Aber ein Neustart bedeutet auch nicht, dass die vergangenen Berufsjahre wertlos werden.

Im Gegenteil: Viele dieser Erfahrungen können später im Umgang mit Kundinnen und beim Aufbau eines eigenen Unternehmens zu einer Stärke werden.

Kann aus einem Quereinstieg später ein eigenes Business entstehen?

Ja, das ist grundsätzlich möglich.

Eine Ausbildung allein erzeugt allerdings noch keinen Kundenstamm.

Nach der fachlichen Ausbildung beginnt deshalb eine zweite Entwicklung: Ergebnisse sichtbar machen, Vertrauen aufbauen, Kundinnen gewinnen, Preise kalkulieren und eine klare Positionierung entwickeln.

Gerade Quereinsteigerinnen konzentrieren sich verständlicherweise zunächst stark auf die technische Seite und gehen teilweise davon aus, dass gute Pigmentiertechnik automatisch Kundinnen bringt. Für ein funktionierendes Unternehmen reicht technische Qualität allein jedoch nicht aus.

Andere Menschen müssen diese Qualität sehen, verstehen und genügend Vertrauen entwickeln, um tatsächlich einen Termin zu buchen.

Wie sich bereits wenige Kundinnen wirtschaftlich auswirken können und welche Faktoren den tatsächlichen Verdienst beeinflussen, erklären wir im Artikel „Wie viel verdient man als Permanent Make-up Artist? Einkommenspotenzial, Umsatz und realistische Beispiele“.

Warum Qualifikation für Quereinsteigerinnen besonders relevant sein kann

Wer neu in einen Beruf einsteigt, besitzt naturgemäß noch keine jahrelange PMU-Berufserfahrung.

Später stellt sich deshalb die Frage, wie eine neue Artistin potenziellen Kundinnen vermittelt, dass sie professionell ausgebildet wurde.

Ein gutes Portfolio ist dafür wichtig. Eine nachvollziehbare Qualifikation kann zusätzlich zur fachlichen Positionierung beitragen.

Bei MAGISTRA® besteht nach Erfüllung der festgelegten Voraussetzungen die Möglichkeit, zur externen Prüfung für die Qualifikation „Permanent Make-up Expert:in mit TÜV Rheinland geprüfter Qualifikation“ zugelassen zu werden.

Nach der aktuellen Prüfungs- und Zertifizierungsordnung müssen dafür unter anderem der von PersCert TÜV anerkannte Kurs der ANNAMAGISTRA GmbH absolviert und die lehrgangsbegleitende praktische Prüfung bestanden sein. Über die Zulassung zur externen Prüfung entscheidet PersCert TÜV. Ein Anspruch auf Zulassung besteht nicht.

Auch die spätere Zertifizierungsentscheidung trifft PersCert TÜV. Ein PersCert TÜV Zertifikat wird nur bei positiver Zertifizierungsentscheidung erteilt.

Damit ist der entscheidende Punkt nicht, dass eine Quereinsteigerin durch einen bekannten Namen auf einem Zertifikat automatisch erfolgreicher wird. Der Wert liegt darin, dass eine definierte Qualifikation zusätzlich extern überprüft werden kann.

Gerade für jemanden, der einen neuen beruflichen Weg beginnt, kann eine solche nachvollziehbare Qualifikation ein Bestandteil der eigenen professionellen Positionierung sein.

Wie ist die MAGISTRA® Ausbildung für Anfängerinnen aufgebaut?

Bei MAGISTRA® haben sowohl erfahrene Beauty-Profis als auch Frauen gelernt, die zuvor beruflich in völlig anderen Bereichen tätig waren. Insgesamt haben mehr als 3.500 Frauen ihre Ausbildung bei MAGISTRA® absolviert.

Deshalb gehen wir nicht davon aus, dass jede Teilnehmerin am ersten Tag dieselben Voraussetzungen mitbringt.

Die Ausbildung baut fachliche Grundlagen systematisch auf und verbindet sie anschließend mit Übungen, praktischer Arbeit an Modellen sowie Themen wie Beratung, Kundengewinnung und Selbstständigkeit.

Auch die Qualifikation der Trainerinnen ist für mich dabei wesentlich.

Eine gute Artistin ist nicht automatisch eine gute Ausbilderin.

Alle festen Trainerinnen bei MAGISTRA® verfügen deshalb über eine IHK-geprüfte Ausbildereignung nach AEVO.

Mein eigener fachlicher Hintergrund liegt in den medizinischen Wissenschaften. Ich bin B.Sc. Biology, M.Sc. Medical Sciences, habe im dermatologischen Bereich der Uniklinik Köln gearbeitet, bin Sachverständige im Permanent Make-up Bereich und IHK-geprüfte Ausbilderin nach AEVO.

Gerade bei Anfängerinnen sehe ich meine Aufgabe deshalb nicht darin, ihnen möglichst schnell das Gefühl zu vermitteln, bereits professionell zu sein. Mein Anspruch ist, ihnen verständlich zu erklären, warum sie etwas tun, wie sie es kontrollieren und woran sie später selbst erkennen können, ob eine Entscheidung fachlich richtig ist.

Eine Quereinsteigerin braucht nicht weniger Fachwissen als jemand, der bereits aus der Beauty-Branche kommt. Sie braucht einen Ausbildungsweg, der dieses Wissen nicht voraussetzt, sondern systematisch vermittelt.

Anna Anat RevzinGründerin der MAGISTRA® Academy

Woran erkennst du eine Ausbildung, die wirklich für Anfängerinnen geeignet ist?

Wenn du ohne Vorkenntnisse startest, solltest du vor der Buchung insbesondere prüfen, ob:

  • die Ausbildung tatsächlich bei den fachlichen Grundlagen beginnt und kein Beauty-Wissen stillschweigend voraussetzt,

  • Haut, Hygiene, Pigmentologie, Kontraindikationen und Wundheilung vermittelt werden,

  • Theorie und Praxis sinnvoll aufeinander aufbauen,

  • du selbst praktisch an Modellen arbeitest und nicht nur zuschaust,

  • du individuelles Feedback auf deine eigene Arbeit erhältst,

  • die Trainerinnen nicht nur PMU beherrschen, sondern auch qualifiziert unterrichten können,

  • nach den praktischen Tagen eine weitere Begleitung vorgesehen ist,

  • Beratung, Positionierung, Kundengewinnung und wirtschaftliche Grundlagen berücksichtigt werden,

  • transparent erklärt wird, was ein internes Zertifikat und was eine externe Qualifikationsprüfung bedeutet.

Eine ausführliche Orientierung zur Auswahl einer professionellen PMU-Schulung findest du auch in unserem Guide „Permanent Make-up Ausbildung: So findest du die richtige Schulung für deinen erfolgreichen Start“.

Wenn eine Schule hauptsächlich damit wirbt, wie schnell du fertig bist, ist das für eine Anfängerin nicht automatisch ein Vorteil.

Die sinnvollere Frage lautet: Wie sicher kann ich nach dieser Ausbildung fachlich entscheiden und arbeiten?

Häufige Fragen zur Permanent Make-up Ausbildung ohne Vorkenntnisse

Kann ich Permanent Make-up wirklich komplett ohne Vorkenntnisse lernen?

Ja. Eine professionell aufgebaute Ausbildung kann bei den Grundlagen beginnen und dich Schritt für Schritt an Theorie, Technik und praktische Arbeit heranführen.

Entscheidend ist, dass die Ausbildung tatsächlich für Anfängerinnen konzipiert ist und keine Kenntnisse voraussetzt, die später nie systematisch vermittelt werden.

Muss ich vorher Kosmetikerin sein?

Nein. Eine abgeschlossene klassische Kosmetikausbildung ist keine allgemeine handwerksrechtliche Voraussetzung für den Einstieg in Permanent Make-up. Das Kosmetiker-Gewerbe ist in Anlage B der Handwerksordnung als zulassungsfreies Handwerk aufgeführt.

Für eine spätere selbstständige Tätigkeit müssen dennoch die jeweils geltenden gewerblichen, handwerksrechtlichen und hygienischen Anforderungen beachtet werden.

Muss ich gut zeichnen können?

Du musst vor Ausbildungsbeginn keine professionelle Zeichnerin sein.

Vorzeichnung, Proportionen und Bewegungsabläufe sind trainierbar. Wichtiger als bereits vorhandenes Zeichentalent sind Konzentration, Geduld, Sorgfalt und regelmäßiges Üben.

Brauche ich eine besonders ruhige Hand?

Eine kontrollierte Handführung entwickelt sich durch Technik, Wiederholung und Feedback.

Feinmotorik ist wichtig, muss aber am ersten Ausbildungstag noch nicht perfekt ausgeprägt sein.

Ist Permanent Make-up für einen beruflichen Quereinstieg geeignet?

Permanent Make-up kann eine interessante Möglichkeit für Frauen sein, die sich beruflich neu orientieren oder zunächst ein zweites Standbein aufbauen möchten.

Wie gut dieser Weg funktioniert, hängt nicht nur von der Ausbildung ab, sondern anschließend auch von praktischer Entwicklung, Positionierung, Kundengewinnung und der eigenen Umsetzung.

Kann ich die Ausbildung neben meinem Beruf machen?

Das hängt vom Ausbildungsmodell und deiner persönlichen zeitlichen Situation ab.

Ein hybrides Konzept kann für Berufstätige besonders praktikabel sein, weil theoretische Lernphasen flexibler organisiert und praktische Phasen gezielt geplant werden können.

Reicht eine reine Online-Ausbildung für Anfängerinnen?

Theoretische Inhalte lassen sich sehr gut online vermitteln.

Für praktische Sicherheit reicht Theorie allein jedoch nicht. Gerade Anfängerinnen müssen Geräteführung, Hautspannung, Arbeitstiefe und den Umgang mit echter Haut praktisch trainieren und qualifiziert korrigieren lassen.

Dieses Thema behandeln wir ausführlich im Artikel „Permanent Make-up online lernen: Reicht eine Online-Ausbildung wirklich aus?“.

Bekomme ich nach der MAGISTRA® Ausbildung automatisch ein TÜV Rheinland Zertifikat?

Nein.

Bei MAGISTRA® besteht nach Erfüllung der festgelegten Voraussetzungen die Möglichkeit einer externen TÜV Rheinland Prüfung. PersCert TÜV entscheidet über die Zulassung zur Prüfung und anschließend über die Zertifizierung. Ein PersCert TÜV Zertifikat wird nur bei positiver Zertifizierungsentscheidung erteilt.

Fazit: Für einen erfolgreichen Quereinstieg ist nicht dein bisheriger Beruf entscheidend

Du musst nicht bereits Kosmetikerin sein, um Permanent Make-up professionell lernen zu können.

Du musst vor Ausbildungsbeginn auch nicht jedes Pigment kennen, perfekt zeichnen oder ein PMU-Gerät sicher führen. Genau diese Kompetenzen sollen während einer professionellen Ausbildung entstehen.

Entscheidend ist deshalb weniger deine berufliche Vergangenheit als die Qualität des Ausbildungsweges, den du jetzt wählst.

Eine Quereinsteigerin braucht einen nachvollziehbaren Weg von den fachlichen Grundlagen bis zur praktischen Anwendung. Sie braucht Wissen, kontrollierte Übung, Arbeit an Modellen, qualifiziertes Feedback und anschließend eine Vorstellung davon, wie aus der neu erlernten Fähigkeit eine berufliche Perspektive entstehen kann.

Dein bisheriger Beruf entscheidet nicht darüber, ob du eine gute PMU-Artistin werden kannst.

Entscheidend ist, wie professionell du lernst und wie konsequent du das Gelernte anschließend weiterentwickelst.

Wenn du Permanent Make-up lernen möchtest, aber unsicher bist, ob deine bisherigen Erfahrungen für den Einstieg ausreichen, schauen wir uns deine Ausgangssituation gerne gemeinsam an.



Autorin: Anna Anat Revzin | Gründerin der MAGISTRA Academy

Fachlich geprüft: Anna Anat Revzin

Zuletzt fachlich geprüft: 19.08.2026

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